Die erste große (Stoff)Liebe

Das erste Mal das Gefühl, einen Stoff unbedingt haben zu müssen! Natürlich folgen danach noch so einige (unzählige) andere solcher Momente, aber das erste Mal, wie das so ist bei ersten Malen, vergisst man nicht.

Mein erstes Mal war der wunderwunderschöne Sterntaler von der wunderbaren Dana. Unter dem Label „Stoffregen“ hat sie schon für einige Stoffproduzenten die Feder geschwungen, ihr Sterntaler erschien bei Lillestoff.

Ich sehe das Bild des vernähten Stoffes noch wie heute vor mir und das ist sicher zwei Jahre her. Ein zuckersüßes Mädchen trug eine Feli aus dem blauen Traum.

Ich musste ihn natürlich sofort bestellen und nach einigem Anschmachten in meinem Stoffregal wurde es dann ein wirkliches Lieblingsteil. Ein unglaublich bequemer Pyjama für meine Große. Sie hatte ihn sich genau dafür ausgesucht und natürlich ihren Wunsch auch erfüllt bekommen.

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Der „Tag und Nachtträumer“ von Fred Von SOHO ist nach wie vor eines ihrer Lieblingsteile und obwohl die Beine schon etwas kurz sind, darf ich ihn nicht aussortieren.

Als mir die liebe Dana genau diesen Stoff, als eines meiner ersten Projekte für sie schickte, hüpfte mein Herz und ich wusste sofort, was daraus werden würde.

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Eine Feli! Der Schnitt von Rosarosa war einer meiner ersten Schnitte überhaupt (ich glaube mein zweites genähtes Teil) und gerade für diesen Stoff einfach zauberhaft.

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Farblich perfekt passend hatte ich übrigens BIO-Bündchen vom Stoffonkel Daheim. Ich finde es ja immer unglaublich anstrengend den wirklich gleichen Ton zu treffen und freu mich dann immer wie ein kleines Kind, wenn ich zufällig schon den passenden Ton hier habe.

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Die Ballontunika hat noch eine Zipfelmütze verpasst bekommen und ich könnt jedes Mal quietschen wenn ich die Mini-Hexe damit sehe.

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Ärmel und Kapuze sind aus dem passendem Kombistoff zum Sterntaler. Ich liebe die zarten Mädchen und die tollen Farben einfach…

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Nun aber genug geschwärmt und geschmachtet… Jetzt seid ihr dran – Was war eure erste große Stoffliebe?

 

Eure Kischi

 

 

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Ein neues Jahr und neue Wege

Den ersten Beitrag im neuen Jahr möchte ich dazu nutzen, um mir so einiges von der Seele zu schreiben.

In den letzten paar Wochen ist hier so einiges passiert – ein Jobwechsel, Umzugsvorbereitungen, die in die heiße Phase gehen, Krankheit die uns niedergestreckt hat und und und 😉

Im Moment gibt es Vieles, das mich beschäftigt, das meiste davon hat mit meiner Zukunft und der meiner Hexen zu tun. Nach einigen Jahren werden wir im April unser gemütliches Häuschen in unserem kleinen Tal verlassen und es ist nicht sicher, was die Zukunft bringen wird.

Ihr wisst, ich schneide auch gerne mal private Dinge hier an und ich denke, dass die Scheidung vom Vater seiner eigenen Kinder kaum privater sein könnte, aber ich denke auch, dass man damit offen umgehen sollte. Warum auch nicht..?

Natürlich habe ich mir meinen Weg vor einigen Jahren anders vorgestellt. Hatte die perfekte Vorstellung, dass eine Hochzeit einmalig und für immer ist, aber wie das so ist mit Vorstellungen.. Es kommt in den meisten Fällen etwas dazwischen – das Leben. Menschen verändern sich und entwickeln sich dabei nicht selten in verschiedene Richtungen. Im Alltag ist es meistens schwierig sich das Gefühl zu bewahren, dass einen früher vielleicht verbunden hat. Ob die Liebe von Anfang zu schwach war oder man sich einfach über die Jahre irgendwie verloren hat, kann man am Ende unmöglich beantworten. Die Frage ist, was man daraus macht.

Am Anfang kämpft man, das würde wohl jeder. Sätze wie „für die Kinder“ und „wir sind doch verheiratet“ kommen auf. Man kämpft und in vielen Fällen sogar mit Erfolg. Man findet wieder zueinander, schafft es, das, was einen mal zusammengeführt hat, wieder aufleben zu lassen und zu bewahren. Das ist toll und wünschenswert – eben für die Kinder. Allerdings geht es auch in vielen Fällen nicht so aus…

In meinem Fall war der Kampf aussichtslos und ich hatte ihn schon vor zwei Jahren verloren. Aber nach all dem Kampf hatte ich etwas aus den Augen verloren – mich selbst. Ich war davon überzeugt, dass ich meine Ehe irgendwie aufrecht erhalten konnte, für meine Kinder und für mein Umfeld das Bild davon weiter oben zu halten..

Mit Beginn des letzten Jahres setzte allerdings eine Veränderung ein. Angefangen bei meinem Selbstwertgefühl – ich schrieb darüber – aber wirkliches Umdenken fing damit an, dass meine Große (gerade 3 Jahre alt damals) anfing Fragen zu stellen: „Mama, warum gibst du dem Papa eigentlich nie ein Bussi?“… „Warum schläft der Papa eigentlich in seinem eigenen Bett?“…

Das waren Momente, die mich schockierten und sehr zum Nachdenken brachten. War es das, was ich die nächsten 18 Jahre leben wollte? War es das, was meine Kinder über Beziehungen lernen sollen? Was ich ihnen über Liebe und Nähe vermitteln wollte? Wenn eine gerade 3-jährige solche Fragen stellt, was für Fragen werden in 3, 4 oder 7 Jahren kommen? Wird sie mir dann überhaupt noch Fragen dazu stellen oder wird sie selber so abgestumpft sein wie ich?

All das wuchs immer mehr in mir, dennoch fehlte mir der Mut. Der Mut für den nötigen Schritt. Ich dachte immer wieder, dass es uns ja doch aber eigentlich gut geht, unser Leben nicht so schlecht sei. Irgendwie funktionierte ja alles.

Im Frühjahr machte ich dann eine Begegnung, die vieles veränderte… Vor allem mich. Diese Begegnung riss mich aus meiner Starre.. Aus meiner Unfähigkeit Dinge zu verändern. Nach langer Zeit, hatte ich das Gefühl wieder zu leben, ich sah dass es noch etwas anderes gab. Ich konnte wieder Glück empfinden, konnte mich wieder als eigene Person wahrnehmen.

Dieser, so besondere Mensch, war allerdings in der gleichen Situation wie ich und ich war mir sicher, dass wir keine Zukunft haben konnten und beendete es, bevor es richtig anfangen konnte – zumindest dachte ich das. Trotz dieser, sehr schwierigen Trennung, beschloss ich, mich auch vom Vater meiner Kinder zu trennen, das alles innerhalb von wenigen Tagen. Ich wusste, dass ich mich gefühlsmäßig unumkehrbar vom Vater meiner Kinder entfernt hatte, andernfalls wäre ich nie empfänglich für jemand anderen gewesen. Ich war mir sicher, nicht mehr zurück zu können.

Eine Achterbahn der Gefühle und keine leichte Zeit für mich, aber ich wusste, ich bin auf dem richtigen Weg.

Ich bin kein Fan von Gerede vom Schicksal und Seelenverwandtschaft, aber auch das hat sich im letzten Jahr irgendwie verändert. Diese Begegnung war zu besonders und zu viel, als das wir hätten einander loslassen können, das wurde uns nach einiger Zeit und viel Schmerz bewusst.

Manchmal sind die Dinge nicht so, wie sie scheinen. Manchmal geht es uns äußerlich gut und innerlich zerreißt es uns. Man soll nichts wegschmeißen, weil es mal „nicht so gut läuft“, nichts aufgeben, was noch eine Chance hat, aber ich habe gelernt, dass man auch eine Ende akzeptieren muss, wenn es offensichtlich ist. Ich weiß mittlerweile, dass ich meinen Kindern keinen Gefallen getan hätte, hätte ich mich für dieses Schauspiel für weitere Jahre entschieden. Ich weiß jetzt, dass es gesünder und besser für sie ist, wenn sie sehen können, dass Mama und Papa nicht zusammenleben müssen, wenn es eben nicht mehr geht und trotzdem erwachsen und vernünftig miteinander umgehen können. Sie können glücklich sein, wenn ihre Eltern es sind und wenn das bedeutet, dass sie dazu getrennte Wege gehen müssen, dann ist das die Konsequenz daraus.

Viele Worte, ich weiß. Aber ich empfinde es für mich als wichtig, es niederzuschreiben und vielleicht andere Frauen in ähnlichen Situationen zu erreichen. Manchmal tut es gut zu wissen, dass es andere gibt, denen es ähnlich geht.

 

 

Für alle, die nicht so viel vom Lesen halten, möchte ich noch ein paar Bilder anhängen, die im Herbst entstanden sind.

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Eine bequeme Jogging-Hose für die große Hexe, aus tollem Glitzersweat von Lillestoff.

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Die Hose ist während des Probenähens zu „Jorne“ entstanden – der Name des Kibadoo Schnittes.

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Eure Kischi