Der Blick auf sich Selbst

Einige meiner Freunde wundern sich was in letzter Zeit mit mir los ist. Ich hätte mich verändert…

„Du strahlst so!“ – Ein Satz den ich in den letzten Wochen öfters hörte. Warum das so ist? Dazu muss ich weiter ausholen.

Seit vielen Jahren spricht man davon dass die Frau von heute emanzipiert ist. Aber was bedeutet das? Gleichberechtigung der Frau? Im Beruf? In der Ehe?

Nach außen ist das sicherlich der Fall, aber ist es nicht so, dass es in die Köpfe von uns – der Frauen, die nach außen scheinbar alles unter einen Hut bekommen – noch gar nicht wirklich vorgedrungen ist? Man bekommt tagtäglich durch sämtliche Medien suggeriert, dass die moderne Frau ALLES schafft. Und nicht nur das! Sie schafft alles und das perfekt! Sie hat einen tollen Job, führt eine gute Ehe, erzieht ihre Kinder zu tollen kleinen Menschen, organisiert jede Party perfekt und sieht dazu noch atemberaubend aus. Treibt Sport und ist immer durchgestylt…

Lange bin ich gerade am letzten Punkt verzweifelt. Mein Körper hat sich nach zwei Schwangerschaften verändert. Natürlich gibt es Superfrauen, die scheinbar 3 Wochen nach der Geburt wieder so aussehen, als hätten sie ihren Körper nie mit einem anderen Menschen geteilt. Ich gehöre nicht dazu. Ich gehöre zu den Frauen, die sich gehen ließen. Dass das teilweise auch gesundheitliche Gründe hatte, tut eigentlich gar nichts zur Sache. Zumindest für mich war das so. Ich haderte seit der Geburt meiner großen Hexe mit meinem Körper. Fragte mich warum ICH es nicht auf die Reihe bekomme wieder so auszusehen wie mit 20. Wie mich andere sehen, stand lange im Mittelpunkt meines Denkens. Diverse Diäten und Versuche etwas zu ändern, brachten nur Frust…

Hinzu kommt, dass meine Partnerschaft… sagen wir… abkühlte. Was tut die emanzipierte und selbstbewusste Frau von heute? Richtig! Sie sucht die Fehler zuerst bei ihrem Körper. „Bin ich nicht mehr attraktiv?“ Ein Gedanke, den mit Sicherheit JEDE Frau schon mindestens einmal hatte im Laufe einer Beziehung.

Ich habe diese Gedanken nicht mehr. Mein Zauberwort: Akzeptanz!

Ich akzeptiere mich und meine Makel. Ich akzeptiere, dass sich mein Körper durch zwei Schwangerschaften verändert hat. Meine Haut weist diverse Risse auf, mein ohnehin schon immer breites Becken, hat sich noch ein wenig verbreitert und meine Brust ist nicht mehr so straff und voll wie früher. Das waren alles Dinge, die mich früher in eine Selbstkrise gestürzt haben. Davon öffentlich zu schreiben, wäre für mich undenkbar gewesen!

Aber ich frage euch – sind es nicht die Makel, die uns zu dem Menschen machen, der wir sind? Und dabei ist es egal ob es den Körper oder die Eigenschaften betrifft. Wir verbringen so viel Zeit damit, irgendwelchen Idealen nachzueifern von denen wir täglich überschwemmt werden, dass wir dabei vollkommen vergessen an uns, als eigenständige Person, zu denken.

Jede Unvollkommenheit an mir, erzählt eine Geschichte. Jede Macke in meinem Charakter macht mich einzigartig.

Jeder Versuch etwas an meinem Körper zu ändern, musste schief gehen, denn ich fühlte mich wie ein Untermieter in ihm. Als hätte ich irgendwie blöderweise den falschen Mietvertrag unterschrieben – für eine ziemlich heruntergekommene Absteige. Und ganz ehrlich – wer will schon etwas renovieren, von dem er denkt, es gehört ihm nicht?

Ich habe meine kleine, eigene Wohnung mit der Zeit nun so akzeptiert, wie sie eben war – mit den hängenden Tapeten, den Rissen in der Wand und den schäbigen Vorhängen. Warum nicht das nehmen was man hat? Was einem ohnehin schon gehört…

Und genau das war der Punkt, an dem ich sagte – Hey, ist zwar nicht so schlecht hier, aber mit nem neuen Anstrich, würdest du dich in deinen eigenen vier Wänden ja eigentlich viel wohler fühlen.

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Für mich ist das alles, was ich an Motivation brauche. Nicht für irgendwen anders… Nicht für die Gesellschaft, nicht für meinen Partner. Für mich ganz alleine!

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Ich möchte nicht in eine Größe 34 passen oder superdünn werden – das wäre nicht ich und außerdem find ich Kurven bei Frauen sehr sexy. Mir geht es eher um Feinschliff… und das Gefühl, dass der Sport mir gibt. Das Gefühl etwas für mich zu tun.

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Hört auf darüber nachzudenken, was für eine Wirkung ihr auf andere habt. Lernt euch selber zu akzeptieren – glücklich mit eurem Körper zu sein. Wenn ihr das könnt, könnt ihr auch am Feinschliff arbeiten 🙂

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Ihr werdet euch wundern, wie attraktiv Selbstbewusstsein und Selbstzufriedenheit auf andere wirken kann. Aber das sind Dinge, die sich nicht durch Äußerlichkeiten definieren – es kommt von innen.

Das hört sich alles leicht an, wenn das jemand anders schreibt, oder? Ist es nicht… Das weiß ich. Es ist ein Prozess. Gewisse Umstände, die sich in meinen Leben verändert haben, haben es bei mir beschleunigt, aber so etwas braucht Zeit.

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Und weil ich ein neues Wohlfühl-Sportoutfit brauchte, hab ich mir dieses natürlich selbst genäht. Aus weichem Bio-Streifen-Jersey vom Stoffonkel. Der Hosenschnitt ist die Basic Hose von Kibadoo. Das Shorttop hab ich mir aus dem Shirt der Malotty – auch ein Kibadoo Schnitt – gebastelt. Die Gesamtlänge, sowie die Ärmellänge hab ich einfach gekürzt. An den Ärmeln hab ich Bündchen angenäht, damit ich sie noch ein bisserl raffen kann, sonst hab ich sämtliche Abschlüsse ungesäumt gelassen.

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Wie es mir also geht und was sich verändert hat? Ich strahle… 🙂

Eure Kischi

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Es darf auch mal Farbe sein!

Das mit den Kleidern ist ja so eine Sache wenn man nicht die Standard-Maße hat. Ich zum Beispiel, bin zwar kein Winzling (obwohl ich mir bei diversen Events und Treffen immer wieder anhören kann, dass ich ja auf Fotos viiiiiiel größer wirke…), habe aber verhältnismäßig kurze Beine und einen langen Oberkörper.

Das Gute: Ich weiß was ich NICHT tragen kann. Halblange Kleider sind zum Beispiel ein Problem, wenn ich nicht gerade 12cm Absätze darunter trage. Entweder ganz lang, ooooooder kurz.

Wie man sieht, hab ich mich beim neuen Kibadoo Strandkleid für kurz entschieden und um das ganze noch etwas optisch zu strecken, außerdem noch für die tiefere der beiden Ausschnitt Varianten – Frau darf ja schon zeigen was sie hat, nech?

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Am Halsausschnitt wird bei diesem Schnitt mit einem Beleg gearbeitet – finde ich persönlich sehr genial! Bei Erwachsenenschnitten schauen Bündchen oder auch Einfassungen ja doch in manchen Fällen irgendwie nach Pyjama aus.

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Der wunderschöne Libellenstoff ist übrigens eine der neuesten Eigenproduktionen vom Königreich der Stoffe. Ich bin ja sonst nicht so der farbige und gemusterte Typ, wenn ich für mich nähe, aber dieses Motiv, inklusive der Farben, hat es mir sofort angetan. Der Hauptgrund war wahrscheinlich das wunderschöne Aubergine… Ich liebe alle Lila-Töne einfach!

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Auf Hüfthöhe befindet sich ein Tunnelzug, dadurch schoppt sich das Oberteil wirklich toll und kaschiert praktischerweise auch noch kleinere Rettungsringe 😀

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Den Schnitt gibt es übrigens für die kleinen Ladys auch. Ich sehe schon tolle Partner-Look Kleider für mich und die Hexen…

Für mich ist das Strandkleid tatsächlich der perfekte Sommerschnitt – luftig und bequem. Den Härtetest hat es am Freitag auch schon bestanden. Bei 33 Grad Außentemperatur und nicht-funktionierender Klimaanlage im Auto wäre jedes Gramm mehr Stoff an mir mein Tod gewesen…

Genäht hab ich hier eine Größe 40. Man darf nämlich ruhig auch ab Größe 38 mal kurz und figurbetont tragen. Mehr zu diesem Thema hab ich allerdings bald in einem neuen Blogbeitrag für euch.

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Eure Kischi

Tüll, Schleifen und Rosaaaaaaa!

Normalerweise bin ich nicht so der verspielte und tüdelige Typ beim Nähen. Ich schau es wahnsinnig gerne an und bewundere die Mädels, die es schaffen, dass man bei jedem Blick ein neues Detail beim fertigen Stück entdeckt.

Ich bin eher die schlichtere Näherin. Gerade Linien… relativ schlichte Stoffe… Quietschbunt sieht man nicht seeeehr oft bei mir, kommt aber durchaus schon auch mal vor. Es gibt einfach so Stoffe, die sind soooo toll, obwohl oder gerade weil sie bunt und quietschig sind.

Vor einiger Zeit hatte ich mich mal in ein Stück aus einer Ottobre verliebt. Ein Baby-Kapuzenkleidchen aus dem wundervollen GirliElephant von enemenemeins. Leider war dieser Stoff nicht mehr zu bekommen, umso mehr freute ich mich, als Lillestoff ankündigte den Stoff nachzuproduzieren.

Meine liebe Manuela von MaThiLa hat mein Flehen natürlich erhört und ihn sofort bestellt, so dass ich ihn dann ganz entspannt bei ihr shoppen konnte. Im Moment gibt es leider nur noch ein Reststück davon in Manus Shop.

Nun lag er schon wieder einige Wochen hier und ich war mir nicht mehr sicher, was das Kleidchen betraf – ist doch meine Mini-Hexe schon fast wieder aus dem Babyalter rausgewachsen.

Wieder war dann Manu meine Rettung – eine Erweiterung zum Marita Röckchen stand an. Ein Top, das in Verbindung mit dem Rock zu einem tollen Sommerkleidchen wird.

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Man hat ziemlich viele Gestaltungsmöglichkeiten. Alleine schon dadurch, dass der Rockschnitt verschiedene Längen und Formen beinhaltet. Ob ihr ein kurzes oder langes Kleidchen näht oder gar eine Tunika – bleibt wie immer euch überlassen.

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Das vordere Top wird geteilt und durch die Knopfleiste – unser Kleidchen hat Snaps bekommen – kommt auch der Dickschädel meine kleinen Hexe mühelos durch.

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An den Seiten werden zwei Bänder mit eingenäht, die man dann zu einer hübschen Schleife im Rücken binden kann. Natürlich kann man das auch weglassen, aber ich bin schwer verliebt in den Mädchentraum.

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Beim Rockteil hab ich mich für das runde Schnittteil entschieden und um das Tellerröckchen noch ein wenig aufubauschen, gabs noch ne Lage Tüll drunter. So steht es noch ein bisschen mehr ab und naja… es ist einfach zuckersüß *g*

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Die Nahtzugaben an den Nähten hab ich alle mit einem Wellenstich abgesteppt – gesäumt wurde auch damit.

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Bekommen könnt ihr den Schnitt nun ganz für sich, als Top, oder im Kombi-Paket zusammen mit dem Rock. Ich werde nun in die Produktion für die große Hexe gehen müssen – die war nämlich not amused, dass sie bis jetzt noch kein Drehkleidchen bekommen hat… 😉

Eure Kischi

Große Liebe für kleine Tasche

Wenn man mir vor einem Jahr gesagt hätte, dass ich mal Taschen nähen werde (also so richtige Taschen… mit richtig viel Aufwand und so), dem hätte ich wohl einen Vogel gezeigt.

Mein bevorzugtes Material waren dehnbare Stoffe für bequeme Kleidung. Webware mochte ich natürlich damals schon, allerdings fehlten mir dafür noch passende Schnitte (und ein wenig der Mut) und so staubten einige Schätze in meinem Stoffregal ein.

Dann war da auf einmal ein blondes, engelsgleiches Wesen, welches sagte „Hey ich hab hier einen Taschenschnitt. Das schaffst du sicher!“ …

Und so fing die große Liebesgeschichte an. Kischi und Taschen… Kischi und Webware… *hachz*

„Alva“ hieß die große Traumtasche und nach „Ilvi“ ist nun die kleinste der drei Schwestern – Gretje – erschienen. Der blonde Engel damals war natürlich meine liebe Leni von Tante Anton und ich bin wahnsinnig stolz bei allen drei Taschenschwestern dabei gewesen zu sein. Leni gehört zu den Menschen, die mich am meisten, seit meiner ersten Naht, beeinflusst haben. Ihr Stil ist zum Verlieben und ihre perfekten Arbeiten spornen mich immer wieder an, selbst immer besser zu werden.

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Gretje hat die ideale Größe für eine Kosmetiktasche oder eine Clutch. Von der Optik passt sie perfekt ins wunderschöne Taschen-Trio.

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Wie ihr an den Seiten diese tollen Schlaufen anbringt – die wirklich ein Hingucker sind – wird natürlich im Ebook beschrieben. Knöpfe hatte ich natürlich wieder keine passenden da (wär ja auch mal was Neues, nech?), deswegen hab ich sie mir einfach wieder passend bezogen.

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Die äußeren Kanten werden mit Schrägband eingefasst, wem das allerdings zu fummelig ist, kann das natürlich weglassen, oder eine Paspel mit einarbeiten. Bei Leni auf dem Blog, gibt es dafür tolle Beispiele. Ich darf euch aber verraten, dass es durchaus machbar ist – auch für Nicht-Taschenprofis. Gut Stecken und sauber arbeiten – dann ist alls machbar.

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Tatsächlich ist meine Gretje wieder relativ schlicht geworden, auch wenn es durch die Stoffe einen anderen Eindruck erweckt.

An den Eingriffen und an der Teilungsnaht hab ich mit weißer Paspel gearbeitet.

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Als Kosmetiktäschchen brauchte Gretje natürlich noch ein paar Einschubfächer innen – für mehr Ordnung – und die hat sie natürlich auf beiden Seiten bekommen.

Die Blümchen und die Vögel sind beides Riley Blake Stöffchen und gekauft hab ich sie, genauso wie die Karos, bei MaThiLa.

Und wo meine Gretje nun ist? Die ist schon vor über einer Woche umgezogen. Eine ganz liebe Freundin (die gleiche, die auch meine erste Alva bekommen hat) hatte Geburtstag und ein Kosmetiktäschchen kam genau richtig. Love ya, Babe! :-*

Und alle, die nun unbedingt auch eine Gretje nähen möchten – hier entlang!

Die große Hexe hat übrigens eine für sich bestellt. Gretje hat nämlich die ideale Größe für eine Kindergartentasche – Umhängegurt dran – perfekt!

Das wird mein geplantes Projekt für Donnerstag sein. Da bin ich in Wien auf der „Alles Näht“ und freu mich schon tierisch.

Eure Kischi